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Moderne Wegelagerei?

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Sport in Österreich besser nur mit Reisezusatzversicherung!

Anfang August 2023 hatte ich in Saalbach einen Unfall mit dem Mountainbike, bei dem ich rückwärts ein Gefälle hinab rutschte, wobei das Kettenblatt zweimal die rechte Wade schlitzte und eine ca. 12 x 8 cm große tiefe, klaffende Wunde entstand. Die Blutung war mäßig, keine größere Arterie verletzt, kaum Schmerzen, so dass ich die ersten Verbände selber wickeln konnte, um dann von meiner Frau gestützt über eine Wiese zu einer etwa 300 m entfernten Almhütte zu humpeln.

Von meiner Frau alarmiert rief die Wirtin den Streckenposten an, einen ausgebildeten Sanitäter. Der kam mit dem Bike und schaute sich die Verletzung an, verband sie professionell und gab mir ein grünes Formular „Pisten- und Bergrettung – Erhebungsblatt“, das ich ausfüllen sollte, während er den Rettungshubschrauber rief – ohne Aufklärung meiner Frau oder mir. Ich habe Flugangst artikuliert und wollte per Krankenwagen transportiert werden. Angeblich würde kein Krankenwagen auf diese Höhe (1.650 m) fahren, obwohl die Hütte an einem breiten, befestigten Fahrweg liegt. Auf meine Frage nach den Kosten winkte er lächelnd ab.

Zurück zum Erhebungsblatt. Neben den Personalien gab es weitere Fragen mit Ankreuzkästchen zu Datum, Unfallzeit, Unfallstelle, Unfallart, Sportgerät, aber auch zum Abtransport mit:
Akja, Quad/Motorschlitten, Pistengerät, Hubschrauber, vom Verletzten gefordert, vom Verletzten abgelehnt, auf Entscheidung Pistenrettung.
Darunter kam die Rubrik Kosten:
€ 120,- (Rettung exkl. Abtransport), € 190,- (Rettung inkl. Abtransport) und € 240,- (Abseits der gesicherten Pisten- und Bikestrecken).
Dann noch die Abfrage zu den Pisten-/Strecken- und Wetterverhältnissen. Das war’s. Weitere Kosten waren nicht gelistet, so dass davon nicht auszugehen war, was sich aber als Irrtum herausstellen sollte.

Der Hubschrauber war schnell da und fand auch nach kurzer Zeit einen geeigneten Landeplatz. Die eingetroffene Notärztin erkundigte sich, ob ich Schmerzen habe und ging mit mir nochmal die Personalien durch. Eine Aufklärung zum Flug – insbesondere den Kosten – erfolgte nicht. Dann halfen mir der Strecken- und der Hubschraubersani zum Heli. Meine Frau durfte nicht mitfliegen. Die erwartete Panikattacke während des ca. siebenminütigen Fluges blieb aus – vielleicht, weil mich die Notärztin währenddessen so nett anlächelte. Tatsächlich entpuppte sich der Flug als ein großartiges, wenn auch sehr lautes Erlebnis, denn ich bekam keinen Kopfhörer bzw. Gehörschutz.

Die Flugzeit zur Klinik betrug ziemlich genau sieben Minuten. Dort wurde die Wunde gereinigt und genäht unter Spinalanästhesie. Am nächsten Tag konnte ich das Krankenhaus wieder verlassen.

Spaß mit der Wunde hatte ich noch bis Anfang Dezember. Da der „Lappen“ von unten gestielt war, so hatte man mich informiert, würde sich wohl eine Nekrose bilden – und so kam es auch. Der „Lappen“ starb ab, wurde schwarz und konnte schmerzfrei entfernt werden.

Am 16. September erhielt ich dann die Rechnung für den Rettungsflug: 4.634,40 EUR! Aufgeführt waren:

  • Flugbetriebszeit (Flugzeit inkl. Start- und Landezeit) 32,00 Min. = 3.494,40 EUR
  • Bereitschaftsgebühr = 485,00 EUR
  • Pauschale ärztliche Betreuung (vermutlich das Lächeln) = exakt 665,00 EUR

Zum Glück hatten wir noch eine gültige Reisezusatzversicherung bei ENVIVAS. Während die Krankenkasse bei 1.720 EUR dicht machte, erstattete die ENVIVAS klaglos den Rest.


Das Rote Kreuz Salzburg schreibt auf seiner Webseite „Rettung aus der Luft: 4.677 Rotkreuz-Flugrettungseinsätze im Jahr 2023.

Rund 41 Prozent aller Flugrettungseinsätze sind Sport- und Freizeitunfälle

Zitat Webseite Rotes Kreuz Salzburg: „Wie schon im vergangenen Jahr, waren auch 2023 Sport- und Freizeitunfälle die Spitzenreiter in der Einsatzstatistik. Diese lösten 41 Prozent der Einsätze aus. Dazu trug nicht zuletzt der lange Herbst mit dem sehr milden Wetter bei, der Salzburger:innen gleichermaßen wie Urlauber:innen dazu veranlasste, in ihrer Freizeit aktiv zu sein“.


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